Die Umstände waren schwierig, aber das Engagement aller Beteiligten beispielhaft: „Wandern mit andern“ in Elliehausen wurde zum Erfolg.

Das war ein spannender Tag in Elliehausen und drum herum: Durchnässte Wegstrecken, Regenschauer und ganz zum Schluss auch Regenbogen und vereinzelte Sonnenstrahlen prägten den Wandertag. 402 Wanderfreunde aus ganz Südniedersachsen ließen sich dadurch nicht vom Wandern von der Stadt aufs Land abschrecken. Von der Dreijährigen bis zum 87-Jährigen waren sie unterwegs.
Schon bei der Anmeldung kamen einige Teilnehmende schon mit nassen Jacken und aufgespannte Regenschirmen an. In der Tat, die sonst üblichen Frühstarter fehlten nahezu komplett. Und weil sich die Schleusen vom Himmel gerade am frühen Vormittag partout nicht schließen wollten, bekamen die Organisatoren schon „kalte Füße“. Aber Wanderer sind hart im Nehmen, vor allem die erfahrenen, so bekam es das Trio bei der Anmeldung immer wieder zu hören.
Nicht ganz einfach war schließlich auch die Parksituation. Nicht einmal die Plätze direkt am Sportplatz konnten genutzt werden. So verlängerte sich die Parkreihe auf der Diedershäuser Straße Richtung Knutbühren in der heißen Phase minütlich. Und der zusätzliche Weg – zunächst wenigstens bergab – wurde auch registriert.
Ab 9 Uhr kamen dann immer mehr an den Start. Es fehlten, mit einer Ausnahme, die großen Gruppen, aber die Statistik beweist, dass sich Männer, Frauen und Kinder aus allen Teilen des Landkreises Göttingen-Osterode auf den Weg machten. Der Zusammenhalt unter Wanderern ist beachtlich. Und das ungeachtet der Tatsache, dass sie auf der Strecke meist doch nur in kleinen Gruppen unterwegs sind.
Die größte Gemeinschaft kam mit großem Abstand aus Ossenfeld, Dransfeld und unmittelbarer Umgebung. Für den DSC Dransfeld standen so 30 Teilnehmer zu Buche. Aus einer vierköpfigen Familie aus Göttingen kam mit der dreijährige Orea die jüngste Starterin. In der Schar der Älteren war Hans-Georg Engelmann aus Tiftlingerode der absolute Senior. Eckard Buß von den Sollingfreunden war nur zwei Jahre jünger.

Viel Betrieb herrschte an der ersten Station am Feldhüterhaus in Esebeck. Ortsheimatpfleger „Gero“ Busse hatte viel zu erzählen von den zahlreichen Aktivitäten rund um diese reaktivierte Stätte. Und die Verpflegungsmeister von GWE konnten gar nicht genug Eichsfelder Mettwurst heranschaffen lassen, um den Appetit der Wanderer zu stillen.
Wer sich dann aus dem überdachten Bereich auf den weiteren Weg macht, hatte vom leichten Nieseln über schlanken Regen bis zum heftigen Schauer viele Gelegenheiten, sich mit dem nassen Element bekannt zu machen. Aber es gab auch einen Regenbogen und somit auch etwas Sonne zu bewundern.
Ungeachtet dieser Wetterbedingungen machten sich viele die Mühe, auf den längeren Strecken den Flaasch oder das Breite Holz zu durchqueren. Allein der Weg von Knutbühren zum Börltal blieb ihnen verwehrt. Auf diese Sumpfstrecke wollte GWE-Wanderwartin Monika Ohm-Schrader denn doch niemanden schicken, so dass es auf einer Alternativstrecke durch den Wald zurück auf die mittlere Route ging.
Im Börltal bei der zweiten Station freute sich Lothar Ohm-Schrader über das erstaunlcih große Interesse an den Erläuterungen zu den früheren Bunkeranlagen, in denen der 2. Vorsitzende von Gelb-Weiß in jungen Jahren noch verbotenerweise herumgestöbert hatte. Hier wurde zeitweise Munition gelagert und vernichtet, mit Restbeständen, die in einigen Wohnstuben noch für helle Aufregung sorgten, wenn die Heranwachsenden sie dann beim Abendessen stolz präsentierten.
Der Rückweg führte dann am Leinetalrand zu einem speziell hergerichteten Aussichtspunkt. Den Blick auf Göttingen und Bovenden konnten bei den wechselnden Wetterbedingungen aber nicht alle genießen.

Dafür ließen es sich die Wanderer und etliche Elliehäuser, die zur Mittagszeit an den Harrenacker kamen, dann bei Bratwurst, Pommes, Getränken sowie Kaffee und Kuchen noch einige Zeit gut gehen. Schließlich klarte es dann auch endlich auf. Die Tortenparade jedenfalls war wohl die größte, die die GWE-Wandersparte jemals präsentiert hatte, auch und vor allem durch die Untersützung aus dem gesamten Ort.

Fotos: Göttinger Tageblatt/Arne Baensch / Werner Buss

402 Aktive bei „Wandern mit andern“ in Elliehausen