Neue Rekordzahlen gab es auf Grund der Witterung nicht, aber der GWE-Wandertag war wieder ein Erfolg.

Der Elliehäuser Wandertag zählt seit Jahren zu den größten Veranstaltungen im DLV-Volkswanderbezirk Südniedersachsen. Nach mehreren Jahren mit Steigerungsraten und Teilnehmerzahlen von weit über 200 gab es nun einen kleinen Dämpfer, und das vor allem auf Grund der kühlen und feuchten Witterung.

Deutschland gehört vollständig zur gemäßigten Klimazone und liegt zwischen dem Meeresklima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. „Gemäßigt“ sind die äußeren Bedingungen in den vergangenen Jahren zu unserem Wandertag Ende April eigentlich immer gewesen. Mehr noch: Oft konnten wir einen schönen, zum Teil sogar warmen und sonnigen Frühlingstag genießen. Man sprach aus berufenem Munde sogar vom von GWE gepachteten „Kaiserwetter“. Das bezieht sich allerdings ursprünglich auf Kaiser Franz-Josef von Österreich und dessen Geburtstag am 18. August, an dem das Wetter meist auch ohne herrschaftlichen Bonus kaiserlich aufwartete. Aber, das ist eben Wetter, nicht Klima, und kennt auch den April, der bekanntlich macht, was er will.

So blieb denn das Kaiserwetter dieses Mal aus und der ungemütlichere Teil des Aprils erwischte uns kalt. Morgens sah es angesichts von Regen und Kälte schlimm aus, sodass anfängliche Schätzungen über die zu erwartende Teilnehmerzahl bei 100 stecken blieben. Und das bei über 250 Teilnehmern im Vorjahr. Dieser Pessimismus bewahrheitete sich allerdings glücklicherweise nicht: Große Lust zu wandern nach der langen Winterpause und der gute Wanderruf Elliehausens ließen am Ende doch 193 auswärtige und Elliehäuser Teilnehmer den Weg zum Harrenacker finden.

Der Bezirkslaufwart Wucherpfennig war trotz des schlechten Wetters gut gelaunt. Er unterhielt sich lauthals mit dem Wanderchef von Denkershausen, der noch von seinem großen Erfolg vierzehn Tage zuvor (sie hatten Kaiserwetter und den besten Besuch seit Jahren) zehrte und deswegen ebenfalls heiter gestimmt war.

Die Elliehäuser Wanderdamen in der Fußballbude hatten, weil viele Auswärtige ja erstmal frühstücken wollten, einigermaßen zu tun. Kaffee lief gut, Bier begreiflicherweise anfangs noch schleppend.

Am Grill, den Walter Brackmann, technisch versiert, kurz vor Toreschluss noch repariert hatte, war anfangs nicht viel los: Wer will schon Steak oder Bratwurst zum Frühstück? Marc Kaczenski war schon im Vorjahr durch kompetente Übernahme von Grillerpflichten aufgefallen und stand auch dieses Jahr bereit und war auch gut gefragt.

Weil viele Wanderer wetterbedingt offenbar statt den eigentlich geplanten längeren Strecken nur die kurze nahmen, kamen dann schon recht zeitig ganz schön viele auf einmal zurück und verlangten ein Steak („Aber gut durch“) oder eine Bratwurst („Schön dunkel!“ bzw. „Nicht so schwarz!“). Diesen ersten Ansturm der Steak- und Bratwursthungrigen musste der stellvertretende Grillmeister gleich alleine bewältigen, denn der eigentliche Grillmeister war aufgrund anderer Pflichten abgängig, und erledigte es mit Bravour.

Offiziell gab es drei ausgewiesene Strecken, sechs, neun und zwölf Kilometer lang. Alle führen unter Einbeziehung des wunderschönen Börltals zum Breiten Holz, an dessen Rand beziehungsweise durch das Waldstück hindurch. Die lange Strecke ging durch Hetjershausen beziehungsweise den Hasenwinkel.

Weil Wanderwartin Monika Ohm-Schrader sich häufig bei den Wandertagen der anderen Vereine über unzureichende Beschilderung ärgert, war unsere Beschilderung doppelt, teils bis zu vierfach ausgelegt, und so gab es dann tatsächlich am Ende keine einzige Klage über die Streckenführung.

Gras hatte vorab nicht gemäht werden müssen, aber die Frühlingsblüher präsentieren sich allenthalben am Wegesrand in voller Pracht: Schlüsselblumen, Frühlingsplatterbsen, weiße und schon auch die ersten gelben Buschwindröschen, noch letzte Winterlinge und Blausterne, Krokusse und wilde Hyazinthen, alles hatte die Natur parat. Für das leibliche Wohl gab es eine zentrale Verpflegungsstation, an der die überschaubare Zahl von 9- und 12-Kilometergehern gleich zweimal vorbeikam. Ein kompetentes und gut besetztes Team stand hier zur Verfügung. So entstand hier eine fast jahrmarktartige Atmosphäre samt ausgesprochen gefragter Suppe. Aber auch ein Glühweinangebot traf ins Schwarze.

Weil sich das Wetter im Laufe des Vormittags dann tatsächlich merklich besserte – es blieb kalt, aber die Sonne kam durch – hatte das Servicetam am Ende gut zu tun und machte sogar mehr Umsatz als gewohnt. Zu klagen gibt es nur, dass „der Wald nicht gefegt war (Dirk Friedrich)“ und dass an einem Baum drohend ein Tauchsieder hing.

Zur Bilanz des Tages: Die Siegerehrung an der Fußballbude auf dem Harrenacker sah Eberhausen mit 21 Teilnehmern an der Spitze, Tiftlingerode hatte 13 Wanderer geschickt, die Sollingfreunde ebenfalls, und Bollensen war mit zehn Wanderfreunden vertreten. Die älteste Teilnehmerin war 84 Jahre alt, die Wanderer aus Bleicherode hatten die weiteste Anreise.

Gegen Mittag gab es dann auch noch einigen zusätzlichen Besuch aus dem Ort, denn Steaks und Bratwürste sind ja bekanntermaßen gut beim Elliehäuser Wandertag. Deswegen war dann auch der Gesamtzuspruch gar nicht so schlecht. Aber die Verweildauer orientierte sich doch am Wetter. Schon um 14 Uhr war die Veranstaltung zu Ende. OK

GWE-Wandertag 2016 auch ohne Kaiserwetter ein Erfolg