Eine vor allem nach der Pause kämpferisch starke Leistung reichte nicht: Mit 0:2-Toren unterlag die SG Elliehausen/Esebeck dem Meisterschaftsfavoriten RSV Göttingen 05 II.

Im letzten Heimspiel der Saison 2017/18 erhielt die Weste der SG Elliehausen/Esebeck den ersten und einzigen dicken Fleck: 0:2 (0:1) unterlagen die Gastgeber einem einmal mehr kompakt auftretenden RSV Göttingen 05 II, der jetzt beste Aussichten auf den Meistertitel der 2. KK, Staffel Süd und den Aufstieg in die 1. Kreisklasse hat.

Sieben Siege und ein Unentschieden, das war die hervorragende Bilanz der Gastgeber auf eigenem Platz vor dem Anpfiff von Schiedsrichter Hebel. Zahlreiche Zuschauer, unter ihnen auch die komplette Elf des SC Hainberg III, haderten anfangs allerdings mit ihrer Truppe. Viel zu viel Respekt brachten sie dem Gegner entgegen, der einmal mehr auf seine Defensivstärke und nadelstichartige Konter durch die beiden erfahrnen und durchschlagskräftigen Stürmer setzte. Dieses Rezept ging zunächst voll auf. GWE war im Aufbauspiel auf Sicherheit orientiert, wurde dazu aber zu langsam im Passspiel und kam in der ersten Hälfte nur ganz selten zum Kombinationsspiel in die Spitze.
Erst als der zunächst im Mittelfeld sich versteckende Kevin-Patrick Theil in die ihm entsprechende Position des Stoßstürmers beordert wurde, gab es wenigstens einige erfolgversprechende Offensivaktionen. Die beste kurz nach dem 0:1 in der 28. Minute, als der clevere RSV-Stürmer Kevin Schäfer eine Abwehrschwäche kaltblütig genutzt hatte. K. Theil wurde halbrechts steil geschickt, stürmte in den Strafraum und wurde vom RSV-Torwart gefällt. Der Ball verfehlte das Tor, der Schiedsrichter gab Abstoß. Heftige Proteste, aber kein Elfmeter. Der RSV-Trainer selbst räumte in der Halbzeitpause ein, dass sich seine Elf nicht über einen Strafstoß hätte beschweren können. Gelb und Elfmeter wäre wohl die richtige Entscheidung gewesen, doch der Unparteiische hatte es anders gesehen. In der Folgezeit allerdings war die SG-Elf in der Abwehr wieder mehr gefordert als die der Gäste, aber es blieb beim 0:1-Pausenstand.

Nach dem Wechsel gab es ein völlig neues Bild. Die Gastgeber legten vor den inzwischen ausgesprochen zahlreichen Zuschauern merklich eine Schippe drauf. Hurra-Fußball konnte nicht angesagt, angesichts der Konterstärke des Tabellenzweiten. Aber nun kamen die Bälle zügiger ins Mittelfeld. Und Trainer Stefan Blum reagierte nach einer weiteren Viertelstunde, brachte mit dem körperlich starken Ludwig Dölle einen Turm in der Sturmmitte, die richtige Ergänzung zu dem schnellen K. Theil. Jetzt stand RSV-Torwart Moritz Antonin-Bracher gleicher mehrfach im Blickpunkt und zeichnete sich dabei ebenso aus wie sein Gegenüber. Es war eine Begegnung mit offenem Visier, aber nach wie vor auch Kontrolle auf beiden Seiten.
Den richtigen Abschluss aber fanden die Gelb-Weißen vom Harrenacker nicht. Die RSV-Abwehr war kaum einmal in der Unterzahl und behielt die Ordnung. Und was aufs Tor kam, wurde eine Beute des Keepers.
In der Schlussphase wollte das Spiel einfach nicht enden. Die Nachspielzeit zog sich immer länger, aber damit kam auch die Entscheidung nähe. Denn einmal setzten die RSVer gegen die jetzt notgedrungen offenere Deckung der Platzherren einen Konter über das ganze Feld. Wieder war Kevin Schäfer alleine vor dem Tor und traf. Die Entscheidung in der 96. Minuten. Kurz nach Wiederanpfiff war Schluss.

Wie schon im Hinspiel erntete die SG ein Lob von RSV-Seite, die Punkte aber nahmen die 05er aus Geismar mit. Und die größten Enttäuschungsrufe kamen spontan von Gastzuschauern aus Hainberg. Denn der RSV Göttingen 05 II hat die mit Abstand bessere Tordifferenz und trifft auf den in den letzten Spielen doch eher enttäuschend aufgetretenen Tabellenvorletzten TSV Groß Schneen II. Da können die Göttinger wohl beruhigt eine Feier vorbereiten.

RSV Göttingen 2 zerstört den GWE-Heimnimbus