Sudershausen war auch 2016 für die Wanderer wieder die Teilnahme wert. Dort lässt sich das Wetter gut studieren.

In Deutschland regnet es durchschnittlich an jedem neunten Tag und es gilt deswegen allgemein als Regenland. Von Ort zu Ort mag das etwas unterschiedlich sein, aber dass das tatsächlich rechtfertigt, von Regen- und Sonnenort zu reden, ist eher unwahrscheinlich. Die Elliehäuser Wandergruppe ist allerdings weitgehend der Ansicht, dass es in Sudershausen mehr als anderswo regnet und führt dabei ins Feld, dass es in jedem Jahr bei deren Wandertag regnet. Die meisten von uns erwarten schon gar nichts anderes mehr, wenn wir trotzdem dort mannsstark auflaufen.

Diese Überzeugung wird genährt von einem allerdings furchtbar regnerischen Wandertag im Jahr 2011. Damals stand der Regen wie Rauch um einen herum und dass uns während der 3-stündigen Wanderung nicht Schwimmhäute gewachsen sind, ist eigentlich ein Wunder. Aber das war dann doch eine negative Ausnahme und es gibt, wie sich außer mir sicher bei näherem Nachdenken noch weitere Elliehäuser Mitwanderer erinnern werden, auch das schöne Beispiel unseres Allzeitteilnehmerrekords mit 29 gelb-weißen Wanderern, den wir ausgerechnet in Sudershausen errangen und das bei strahlendem Sonnenschein.

Die Elliehäuser Regenüberzeugung reicht allerdings offenbar länger, wenn auch nicht direkt belegbar zurück, schließlich wandern wir ja seit 2005 wieder, und ist hartnäckig. Deswegen am 16. August 2015 befragt, stritt der Dorfbürgermeister allerdings vehement ab, den Regen besonders gepachtet zu haben, Sudershausen hätte keine geographisch besonders benachteiligte Lage und würde deswegen nur durchschnittlich beregnet.

Überblickt werden konnten vor unserem diesjährigen Besuch in Sudershausen die Wandertage der Jahre 2011 – 2015, von denen drei verregnet und zwei trocken/sonnig waren. Wie fast alle Vereine, die am südniedersächsischen NLV-Wandern teilnehmen, findet Sudershausens Wandertag in jedem Jahr in nahezu der gleichen Kalenderwoche statt, erfüllt also für eine empirische Fallbeobachtung gute Voraussetzungen bei einer statistischen Erhebung.

So war es denn eine spannende Frage, welches Wetter dieses Jahr auf uns warten würde. Launig dazu befragt, antwortete der Sudershäuser Vereinsgewaltige Michael Küster: “Wir können froh sein, dass wir überhaupt ein Wetter haben, denn wenn wir keins hätten, hätten wir ein Problem!“, was ja eher als Abwiegelei verstanden werden muss. Aus anderem berufenen ortsansässigen Munde hörte man sogar den bissigen Spruch: „Wenn in Sudershausen mal eine Dürre ausbricht, muss man nur einen Wandertag ausrufen!“ Scheint, als hätte die Elliehäuser These auch in Sudershausen selber Anhänger.

Es stand also für den aktuellen Wandertag, der trocken, aber bedeckten Himmels begann, Spitz auf Knopf, ob es regnen würde und damit die Quote auf vier von sechs, also zwei Drittel verregnet, steigen würde, oder es trocken bliebe und damit die Quote auf drei von sechs, also nur 50 Prozent sinken würde.. Richtig geregnet hatte es, von einigen Gewittern abgesehen, allerdings in Frühling und Frühsommer nicht, sodass besonders in der Landwirtschaft geklagt wurde, aber schönes Bade- und Urlaubswetter hatte sich auch rar gemacht. So war’s denn eine spannende Frage, von welcher Wetterseite sich Sudershausen dieses Jahr an seinem Wandertag zeigen würde.

Zwei Stunden war’s denn auch herrliches, wenn auch bedecktes Wanderwetter, über Stock und Stein, durch Feld, Wald und Flur, aber unberegnet, gekrönt vom Fund einer wunderbar schillernden Feder eines Eichelhähers. Dann gab’s leider für ein paar Minuten doch ein paar Tropfen, besser Tröpfchen, denn niemand setzte Hut oder Mütze oder spannte den Regenschirm auf. Das war eher sowas, was Asterix und Obelix in „Asterix und die Normannen“ als „Luftfeuchtigkeit“ bezeichneten. Zum Ausgleich verzogen sich dann sogar auch die Wolken und machten herrlichem Sonnenschein Platz. Unwidersprochenes Fazit: Kein verregneter Wandertag in Sudershausen in 2016, Quote für verregneten Wandertag auf nur 50 Prozent für die letzten sechs Jahre gesunken. OK

Wandern und das liebe Wetter: Erfahrungen in Sudershausen